Sisikon


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Modell



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Ausstellung 6./7. Dezember 2014 in Sisikon

Sisikon

Ein dreidimensionaler Ortsplan im Kellergeschoss

Seit fünf Jahren arbeitet Markus Fischlin an einem Miniaturmodell von Sisikon. Das Spezielle daran: Rekonstruiert wird die Gemeinde Sisikon um 1920.

Noch ist das Modell der Gemeinde Sisikon nicht ganz fertiggestellt. Bereits jetzt lässt sich aber das Endprodukt erkennen. Die letzten Details erfordern allerdings die volle Aufmerksamkeit des Modellbauers, denn sie erwecken das Modell zum Leben.

Es bleibt wenig freier Raum übrig im Keller von Markus Fischlin, denn allein 6 Quadratmeter nimmt das Modell von Sisikon ein, an dem er seit fünf Jahren arbeitet. Und auch der Rest der Fläche ist hauptsächlich zur Fertigung der Einzelteile vorgesehen, die ins Modell eingebaut werden. Nach und nach entsteht so ein massstabgetreues Abbild der Gemeinde Sisikon - von den Strommasten über die Strassen bis hin zur Neigung der Dächer hat Markus Fischlin alles mit viel Liebe zum Detail nachgestellt.

Ein Rückblick

Das Modell im Massstab 1:250 stellt nicht die Gemeinde Sisikon von heute dar, sondern wirft einen Blick zurück ins Jahr 1920. "Die Nachbauten und die Infrastruktur entsprechen in etwa der Siedlungssituation, wie sie sich nach dem Ersten Weltkrieg in Sisikon präsentierte", erklärt der Modellbauer. Fotos aus der Zeit um 1920 dienen Markus Fischlin als Vorlage für die genaue Rekonstruktion seiner Wohngemeinde. "Als Erstes habe ich von Arthur Zwyssig einen Grundrissplan des heutigen Sisikon im richtigen Massstab erhalten, den ich als Grundraster für die weiteren Arbeiten verwenden konnte." Dieser Grundrissplan ermöglichte es ihm, die Standorte noch bestehender Häuser wie dem Bahnhof genau zu bestimmen. Alles andere ergab sich aus diesem Grundraster. "Für eine möglichst genaue Bestimmung der Höhenkurven habe ich auch noch selber im ganzen Dorf mit einem Höhenmesser Daten gesammelt."

Eigenproduktion


Das ganze Modell wird von Markus Fischlin in eigener Arbeit hergestellt. Nur ganz wenige Einzelteile wie die Eisenbahnschiene oder die Lokomotive hat er sich kaufen müssen. Die Häuser sind an seinem Computer entstanden: "Nachdem ich sie auf dem PC massstabgetreu gezeichnet hatte, habe ich sie ausgedruckt, selber gefaltet und anschliessend geklebt. Selbst die Bäume bestehen aus Moos, das ich mit meiner Frau gesammelt habe." Ein gewisser Erfindergeist ist durchaus nötig, um sein Projekt ganz allein bauen zu können. So scheut sich Markus Fischlin nicht, lange zu tüfteln, um zum Beispiel die richtige Sandmischung für den Strassenbelag zu finden. Und für die Gipsverkleidung des gesamten Modells hat er alte Armeegipsbinden aus dem Army-Liq-Shop in Seewen verwendet. "Häufig helfen mir Bekannte und Freunde mit Ideen weiter. Bisher habe ich so alle Herausforderungen meistern können." Die Kosten für sein Projekt halten sich durch seine Eigenleistung in Grenzen. "Bisher habe ich vielleicht rund 1000 Franken in das Modell investiert", erklärt Markus Fischlin. Wie viele Arbeitsstunden er in sein Projekt gesteckt hat, weiss er allerdings nicht mehr so genau.


Erleben

Die Idee für dieses Projekt kam dem Sisikoner anlässlich einer Fotoausstellung im Jahr 2003. Unter dem Titel "Zeitreise durch Sisikon" stellte Markus Fischlin damals alte Fotografien der Urner Seegemeinde aus. "Mit dem Modell wollte ich den Sprung ins Dreidimensionale wagen. Die Faszination, die ein Miniaturmodell auf die Betrachter ausübt, ist grösser als diejenige eines Fotos." Ein Fotobuch mit alten Bildern seiner Wohngemeinde, das er 2006 zusammengestellt hat, löste ebenfalls viele positive Reaktionen aus. "Das hat mich zusätzlich in meinem Vorhaben bestärkt."
Dass er sich dabei gerade die Jahre um 1920 als Rekonstruktionszeit ausgesucht hat, hängt vor allem mit dem ihm zugänglichen Fotomaterial zusammen. "Für diese Zeit habe ich sehr gute Bilder zur Verfügung. Die Riemenstalderstrasse ist zwar bereits gebaut, die Eisenbahn hingegen wird noch einspurig durch Sisikon geführt. Diese Zeit fand ich deshalb sehr spannend."

Erhalten

"Das Modell soll meiner Meinung nach einen kleinen Beitrag leisten, die Identität des Dorfes Sisikon zu erhalten. Man erkennt durch den Vergleich mit heute, was sich alles in den letzten Jahrzehnten verändert hat." Die Erinnerung an das Wachsen und die Entstehung der Gemeinde am Urnersee ist Markus Fischlin sehr wichtig. Auch das Fotobuch oder die Ausstellung in der ehemaligen Schreinerei Wyrsch im Jahr 2003 hat er aus diesem Antrieb heraus organisiert. "Ich engagiere mich gerne für die Gemeinde, um die Erinnerung an die Vergangenheit zu bewahren." So hat er auch die Originalpläne der Gartengestaltung des ehemaligen Hotels Schillerstein am Dorfeingang auftreiben können. Bei einem beruflichen Termin in Goldau habe ihn ein Gespräch auf die richtige Spur gebracht: "Die SBB liessen um 1920 herum neue Karten ihrer Linie herstellen und haben dabei relativ grosszügig auch die Umgebung der Bahnlinie aufgezeichnet. Auf den Plänen von Sisikon waren die Gartenwege des Hotels sowie die alte Kirche St. Ägidius und der ganze Bahnhofplatz detailliert wiedergegeben."

Kleine Ausstellung

Das Modell will Markus Fischlin im nächsten Jahr fertigstellen. "Wo und wie ich meine Arbeit zeigen werde, ist noch offen. Sicher ist aber, dass ich Interessierten gerne das Modell mit einer kleinen Ausstellung zeigen möchte", erklärt er. Für diese Ausstellung möchte er das Modell auch noch mit technischen Mitteln ein wenig lebendiger gestalten und mit zusätzlichen Informationen zu den einzelnen Gebäuden versehen. Was anschliessend mit dem Modell geschieht, weiss Markus Fischlin noch nicht. "Ich habe das Modell gebaut, um zu zeigen, dass man das alles selber machen kann." Dass er zwar auch Kompromisse eingehen musste und die Eisenbahnschiene nun im Massstab 1:220 und nicht 1:250 auf seinem Modell hat, stört ihn dabei nicht: "Natürlich komme ich mit meiner Arbeit nicht an professionelle Modellbauer heran. Ich wollte diesen aber gar nicht nacheifern, sondern meine eigenen Ideen umsetzen." Wann genau die Ausstellung mit dem Miniaturmodell der Gemeinde Sisikon aus dem Jahr 1920 stattfinden wird, weiss Markus Fischlin noch nicht. "Eröffnet wird sie aber sicher noch vor der Umfahrung Sisikon ..."

Bericht Urner Wochenblatt Jahr 2009




2009/2010 war das Modell im Historischen
Museum Uri ausgestellt.
Thema: Das Automobil in Uri


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