Sisikon


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Sisikoner Bürger



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Auszug aus "Die Geschichte eines Dorfes" (1947) von Pfarrer Walter Hauser



Da der Grossteil der Einwohner in Sisikon auch Bürger- und Heimatrecht daselbst besitzen und weil die bodenständige Bevölkerung stets ein lebhaftes Interesse für ihre Verwandtschaft und Abstammung hat, so lassen wir hier noch einige Andeutungen folgen über die Herkunft der einzelnen Geschlechter.


Die Wiege des alten und in Uri so stark hervortretenden Geschlechts der A r n o I d ist in Spiringen zu suchen ! Daselbst sind die Arnold nachzuweisen zu einer Zeit, da unsere Vorfahren den ewigen Bund geschlossen und zu Morgarten und Sempach gekämpft haben.

Der Stammvater der heute lebenden Urner Arnold ist Ratsherr Leonhard Arnold, der 1515 bei Marignano fiel. Sein Wohnsitz war das Mattli ob der Kirche in Spiringen. Von dort haben sie sich nach den andern Urnergemeinden ausgebreitet. So treffen wir Arnold 1650 in Spiringen, 1690 in Attinghausen, 1696 in Altdorf, 1722 in Seedorf und zirka 1790 in Sisikon.


Die heute in Sisikon verbürgerten 48 Arnold stammen ab von den beiden Stammvätern: Karl Josef Arnold, wohnhaft gewesen am Axen, der mit seinen drei Frauen insgesamt 18 Kindern das Leben geschenkt hat und von Josef Arnold vermählt Kempf 1801.

Die A s c h w a n d e n haben ihre Urheimat in Seelisberg. Sie sind in Sisikon das volksreichste Geschlecht. Die eine Linie geht zurück auf den Stammvater Adam in Seelisberg und ist zirka 1750 nach Sisikon gekommen. In dieser Linie findet sich der Landschreiber Anton Aschwanden, der von Seelisberg nach Altdorf zog, sowie Sebastian Heinrich Aschwanden, der 1799-1803 Sekretär der helvetischen Behörden war. Ausläufer sind die Aschwanden im Mattenfeld, Riedberg und Riemenstalden.

Die andere Linie geht auf den Stammvater Andreas in Seelisberg zurück. Sie kam zunächst nach Bauen, dann zirka 1720 nach Sisikon. In erster Linie ist erwähnenswert der bekannte GeschichtsFreund und Senior der Zugerischen Lehrerschaft Andreas Aschwanden 1852-1936 sowie die Kinder der beiden SBB.-Bediensteten Walter und Karl Aschwanden; endlich auch der Sägerei- und Ziegelei-Besitzer Josef Aschwanden-Weibel in Ems, Graubünden.

Vom Geschlecht F u r r e r sind heute in Uri 2 grosse, von einst unabhängige Linien zu unterscheiden. Die letztere Linie hat ihren Stammsitz in Silenen und hatten von da aus in verschiedene Gemeinden sich verzweigt; so 1761 nach Altdorf, 1765 nach Erstfeld, 1751 nach Attinghausen und 1823 nach Isenthal. Nach Sisikon kamen sie von Erstfeld her und zwar zunächst nach Riemenstalden. Im kantonalen Stammbuch steht die Bemerkung: Die Familie Furrer Infanger ist durch Regierungsrats-Beschluss 1882 Sisikon zugeteilt worden !

Die G i s I e r sind heute mit 2635 Personen das grösste unter den 200 Bürger-Geschlechtern von Uri. Sie haben sich von Uri aus nach Basel, Zürich, Aargau und Mülhausen verzweigt. Schon im 15. und 16. Jahrhundert finden wir Träger des Namens Gisler in angesehenen, militärischen und politischen Stellungen im In- und Ausland. Geistliche lassen sich in den letzten 350 Jahren über 40 nach weisen, darunter der noch in bester Erinnerung fortlebende Weihbischof von Chur, Antonins Gisler von Bürglen 1863-1932.

Soweit wir feststellen konnten, stammen alle heute in Sisikon verbürgerten Gisler ab von Michael Gisler von Schattdorf, der 1668 mit Katharina Wyrsch und 1683 mit Agatha Wyrsch vermählt war !

Der erste im kantonalen Stammbuch erwähnte Fridolin Hu b e r vermählt Roset 1632 lebte in Isenthal. Etwas mehr als hundert Jahre später kommt dann von Attinghausen her ein Karl Huber und fast gleichzeitig von Isenthal her ein Andreas Huber nach Sisikon.

Die heute lebenden Huber von Sisikon sind die Nachfahren des obigen Karl Huber von Attinghausen. Sie zerfallen in die Nachkommen des Karl Huber vermählt Steiner 1873 und in die Nachkommen des Franz Josef vermählt Albert 1876. Die 54 Bürger von Sisikon machen ungefähr ein Fünftel aus von den gesamten 262 Huber, die sich auf Altdorf, Erstfeld, Fluelen, Isenthal und Sisikon verteilen.

Der Stammsitz der Planzer steht in der Heimat des Wilhelm Tell in Bürglen, woselbst heute noch von den 413 der grösste Teil das Bürgerrecht hat !

Nach Sisikon kamen sie kurz vor der Franzosenzeit um 1790. Ihr Stammvater heisst Johann Planzer vermählt Zwyssig !

Er-lebt fort in den drei Familien des

Josef Maria Planzer vermählt Planzer gest. 1926 Josef Maria Planzer vermählt Gisler gest. 1936 Kaspar Planzer vermählt Zwyssig gest. 1925

Die S t a d I e r sind heute in Altdorf, Attinghausen, Flüelen, Schattdorf, Sisikon und ganz zahlreich in Bürglen beheimatet. Ihr verwandtschaftlicher Zusammenhang ist bis heute nur lückenhaft erforscht, weshalb auch die Stadler von Sisikon nicht auf einen gemeinsamen Stamm zu bringen sind. Die heute in Sisikon wohnhafte Familie Ambros Stadler geht auf Bürglen zurück.

Es sind zu erwähnen:
Johann Josef Stadler vermählt Aschwanden 1903
Johann Stadler vermählt Albert 1907
endlich die Nachkommen des
Johann Stadler vermählt Bissig 1878

Die Wyrsch sind in Sisikon ein alt eingesessenes, bis 1580 nachweisbares Geschlecht ! 1667 ist ein Ratsherr Heinrich Wyrseh vermählt Imhof erwähnt ! Die 37 Personen dieses Geschlechtes von Sisikon gehören den folgenden Familien an:

Paul vermählt Arnold
Joh. Augustin vermählt Bär 1910
Xaver vermählt Wolfisberger 1910
Josef Thomas vermählt Gwerder 1911

Die Schreibweise ist gewöhnlich Würsch, während laut Beschluss
der hohen Regierung vom 2. Juli 1932 als amtliche Schreibweise
Wyrsch angeordnet ist.

Die Z i e gl e r stammen von Seelisberg und sind heute in neun Urnergemeinden verbürgert. In Sisikon treffen wir sie erstmals um 1800 in den beiden Andreas Ziegler vermählt Lyrer und Jakob Josef Ziegler vermählt Stadler. Die heute nach Sisikon zuständigen Ziegler sind ihre Nachfahren.

Die Zurfluh in Uri haben drei Stammväter, nämlich Kaspar von Erstfeld, Johann vermählt Mathys von Erstfeld und Johann vermählt Imhof von Gurtnellen. Die Zurfluh von Sisikon stammen ab von Kaspar in Erstfeld. Sie kamen zunächst in die Blüemlismatt nach Gurtnellen, von dort nach dem Stalden, später nach der Dägerlohn in Silenen und dann durch den Axen Melk, gestorben 1909, nach Sisikon. Ihm erblühte in vier Söhnen eine reiche Nachkommenschaft, welche 1941 ingesamt 65 Personen zählte.

Die Z w y e r, in den Stiftungsurkunden 1387 erwähnt, stehen nur um eine Person den Aschwanden nach und sind in Sisikon das zweitgrösste Geschlecht. Sie scheinen nicht von den Zwyern von Evibach abzustammen, wenigstens ist weder in Urkunden noch in Jahrzeitbüchern etwas hierauf Beziehendes gefunden worden. Ueberdies sind auch die Wappen ganz verschieden.

Der Stammvater heisst Magnus Zwyer, ca. 1600. Dieses Geschlecht hat sich erst in neuerer Zeit über die Gemeindegrenzen hinausgewagt, weshalb von den 140 Personen heute deren 134 Bürger von Sisikon sind und die restlichen sechs Personen-am Kantonshauptort in die Bürgerregister eingetragen sind.
Stammvater der Z w y s s i g in Sisikon ist Nikolaus Zwyssig von Seelisberg vermählt Anna Exer 1650. Ein Nachlahre dieses Nikolaus war Josef Zwyssig geboren 1729, vermählt 1756. Von ihm sind bereits sieben bis acht Generationen in Sisikon ansässig. Vom gleichen Stammvater leben Zwyssig auch in Altdorf, Isenthal, Schattdorf und sehr zahlreich in Seelisberg. In Sisikon sind sie mit 90 Personen das viertgrösste Geschlecht





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